ZWEI AUGEN – EIN BILD    

Obwohl wir zwei Augen haben, sehen wir doch nur ein Bild. Wie kommt das?

Auf der Netzhaut eines jeden Auges wird ein zweidimensionales, flaches Bild des Objektes, das wir anschauen, abgebildet. Aufgrund des Augenabstandes von ca. 6,5 cm sind die beiden Bilder nicht ganz deckungsgleich.

  • Die Aufgabe des Gehirns ist es, diese zwei Bilder wahrzunehmen und zu einem zu verschmelzen. Dieser Vorgang wird Fusion genannt.
  • Die Fusion ist die Basis des beidäugigen Sehens. Für das Fusionieren ist eine präzise, fein abgestimmte Bewegung beider Augen zwingend notwendig.
  • Erst dann entsteht räumliches Sehen, auch 3-D Sehen oder Stereosehen genannt.

Jedes unserer Augen wird von sechs äußeren Augenmuskeln bewegt. Das sehr feine Zusammenspiel dieser Muskeln wird von drei eigenen Hirnnerven geregelt.

  • Die äußeren Augenmuskeln sind die aktivsten und sensibelsten Muskeln in unserem Körper. Sie gehören wie die Skelettmuskulatur zur quergestreiften Muskulatur und können bewusst angespannt und gedehnt werden.
  • Dies ist bei der glatten Muskulatur, zu der die inneren Augenmuskeln gehören, nicht möglich. Denn diese werden vom vegetativen Nervensystem gesteuert.

Unsere äußeren Augenmuskeln können wir wie alle anderen quergesteiften Muskeln trainieren.

  • Durch regelmäßiges Üben gewinnen Augenmuskeln an Kraft und Beweglichkeit. Sie werden besser durchblutet.
  • Das Blickfeld, die Fusionsfähigkeit, d.h. die Zusammenarbeit beider Augen und das Stereosehen ebenso wie die visuelle Belastbarkeit verbessern sich.
  • So werden längeres Lesen und Arbeiten in der Nähe beschwerdefrei möglich.

Erst die Augenbewegungen erweitern das Gesichtsfeld zum Blickfeld.

Gesichtsfeld

Das Gesichtsfeld ist der Bereich der Außenwelt, der von einem Auge ohne Augen- und Kopfbewegung wahrgenommen wird.

Blickfeld

Das Blickfeld ist der Bereich, der ohne Kopfbewegung mit bewegten Augen wahrgenommen wird. Die Bestimmung erfolgt monokular oder binokular.