Augenmuskeltraining nach Geiser

Bei Schielen, Doppelbildern und anderen Augenbewegungsstörungen

Die augenärztliche Untersuchung ist unabdingbar, ggf. zusätzlich eine neurologische Untersuchung. Die Aufgabe der Orthoptistin umfasst die Prüfung der Augenbewegungen, die binokularen Funktionen und die Einleitung in therapeutische Maßnahmen.

Die normale Augenbewegung

Unsere 12 Augenmuskeln arbeiten paarweise zusammen. Die normalen Augenbewegungen sind seitengleich. Es besteht ein Augenmuskelgleichgewicht.

Wird ein Muskel angespannt (Agonist), wird sein Gegenspieler (Antagonist) gedehnt. Anspannung und Dehnung sind die Grundlagen der Muskelfunktion und der Muskelkräftigung, wie wir dies aus der Physiotherapie kennen. Dieses Prinzip der Muskelfunktion kann auch bei den Augenmuskeln angewandt werden.

Das Innervationsschema zeigt die nervöse Versorgung der 12 Augenmuskeln an

Gesetz nach Hering: Gesetz der gleichmäßigen Innervation, spezifisch für das Auge als Doppelorgan

Gesetz nach Sherrington:  Gesetz der Muskelfunktion

Augenbewegungsstörungen

Es gibt eine Vielfalt von Augenbewegungsstörungen unterschiedlicher Ursachen.

Ist die Funktion eines Augenmuskels zu schwach oder wird eine Überfunktion eines Augenmuskels festgestellt z.B. beim Einwärtsschielen, dann ist das Gleichgewicht der Augenmuskulatur gestört. Die meisten Störungen gehen vom Hirnstamm und Kleinhirn aus.

Augenmuskeltraining nach Geiser

Basierend auf den Erkenntnissen zur Muskelfunktion wurde von mir das Augenmuskeltraining 1991 gemeinsam mit meiner Tochter, einer Physiotherapeutin, entwickelt. Das Augenmuskeltraining erfolgt analog der Physiotherapie.

Ziel des Trainings des Trainings ist die Wiederherstellung des Binokularsehens. Dies umfasst:

Die Übungen sind leicht zu erlernen und zu Hause durchführbar. Der Erfolg hängt vom Beginn der Störung und von der Ausdauer und Regelmäßigkeit bei der Ausführung der einfachen täglichen Übungen ab.

Augenmusekltraining – Augengetrenntes Üben

Basierend auf der Diagnose werden die Übungen individuell an die Patienten angepasst.

Entscheidend ist augengetrenntes (monokulares) Üben, um die Motorik der jeweiligen schwächeren Augenmuskeln zu verbessern.

Dauer der Trainingsmaßnahmen

Die Therapie ist unter Umständen eine Langzeittherapie. Die Dauer der Behandlung ist abhängig vom Zeitpunkt des Beginns der Augenmuskelstörung. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto schneller stellt sich ein Erfolg ein.

Oft stellt sich eine deutliche Besserung zwar schon nach wenigen Wochen ein, aber bis zur dauerhaften Normalisierung der Augenbewegungen und des beidäugigen Sehens können Monate, auch Jahre vergehen. Die oft jahrelang praktizierten, unbewussten Sehgewohnheiten müssen nachhaltig verändert werden.

Lassen Sie das Training zu einem Teil Ihres Alltags und zur Selbstverständlichkeit werden wie das tägliche Zähneputzen!

Die Therapie ist nicht altersbegrenzt. Nach unserer Erfahrung sind Erfolge auch im hohen Alter sehr wohl möglich. Die Therapieerfolge hängen von der Konsequenz, der Ausdauer und der Mitarbeit des Patienten ab.